Glasklare Zukunft: Europäischer Markt für Fenster und Fassadenglas steuert guten Zeiten entgegen

10. Mai 2016 • News • Interconnection Consulting • Branchenstudien • Marktdaten • Wirtschaftsstatistik • Marktanalyse • Bau & Wohnen • Produktion

In den großen sieben europäischen Märkten ist der Absatz des Fenster- und Fassadenglasmarktes im letzten Jahr um 1,6% angestiegen. 2015 begünstigte vor allem der moderate Anstieg im Büro- und Gewerbebau in Europa (+2,8%) das Branchenwachstum, wie eine neue Studie von Interconnection Consulting zeigt. Für die nächsten Jahre soll sich der Aufwärtstrend noch verstärken (2016: 4,3% in Wert, 2017: 5,0% in Wert).


Top 3-Märkte im Aufschwung

In den untersuchten Ländern Deutschland, Italien, Spanien, Frankreich, Großbritannien, Polen, Skandinavien zeigt sich dabei ein sehr unterschiedliches Bild. Die Top 3-Länder am Markt für Glas- und Fassadenfenster (Markanteile: Deutschland 29,6%, Großbritannien 26,5%, Polen 12,2%) konnten im vergangenen Jahr ihre Absätze weiter ausbauen. Während der Absatz in Polen und Deutschland mit 2,4% respektive 1,8% moderat ausfiel steigerte sich die Absatzmenge in Großbritannien aufgrund des Baubooms im Vereinten Königreich um 4,9% bzw. 17,8% im Wert – wobei sich der größte Teil des Umsatzwachstums aus der Aufwertung des Pfunds gegenüber dem Euro ergab.

Glasklare Zukunft: Markt für Fenster und Fassadenglas steuert guten Zeiten entgegen

Spanien beendet Talfahrt

Während die größten Märkte für Fenster- und Fassadenglas durchwegs zulegten, tat sich der Rest der Top 7-Regionen Europas im vergangenen Jahr noch sehr schwer. Gute Nachrichten kommen jedenfalls aus Spanien, wo sich eine Trendwende ankündigt. Dort stabilisierte sich die Auftragslage im letzten Jahr bei sinkenden Preisen (-0,2% in Menge). Schon in diesem Jahr sollte sich ein längerfristiges stabiles Wachstum einstellen. Insgesamt geht Interconnection davon aus, dass der Absatz zwischen 2014 und 2018 jährlich um 4,5% steigen wird. In Italien und Frankreich hingegen, wird auch in diesem Jahr mit einer Fortsetzung der Kontraktion des Marktes gerechnet. 2015 betrug der Rückgang auf den Märkten Italiens und Frankreichs 3,5% respektive 2,2%. Erst 2017 soll in beiden Ländern, laut Interconnection eine leichte Erholung erfolgen (Italien: +1,0 in Menge, Frankreich: 0,1% in Menge). Die skandinavischen Länder (Finnland, Schweden, Norwegen und Dänemark) verzeichneten durch deflationäre Entwicklungen der Branche einen Umsatzrückgang von 0,8% im vergangenen Jahr, während der Absatz, leicht, um 1,0% zulegen konnte. Für die nächsten Jahre sind gekoppelt mit einer höheren Nachfrage wieder Preisanstiege zu erwarten.

Flachglas dominiert Verglasungsindustrie

Die Fensterproduktion stellt mit 45,9%, die mit Abstand wichtigste Absatzgruppe dar. Die zweitgrößte Gruppe sind mit 25,3% die Vorhangfassaden, die jedoch immer stärker an Anteilen gewinnen. Zwischen 2014 und 2018 prognostiziert Interconnection einen jährlichen Anstieg in diesem Segment von 8,6% in Menge. Auf den weiteren Plätzen folgen Closed-Cavity-Fassaden (9,0%) und Berüstungsglas (8,2%). Das Flachglas stellt dabei mit einem Anteil von 82,6% noch immer die dominante Verglasungsart dar.

Oligopolistischer Markt verstärkt Macht der Produzenten

Die Herstellung von Flachglas ist sehr kapitalintensiv und bedarf hoch ausgebildeter Fachkräfte. Diese Umstände erschweren für neue Unternehmen den Markteintritt. Daher gibt es nur eine begrenzte Anzahl an großen internationalen Produzenten weltweit. In der EU sind es insgesamt nur 7 Unternehmen, die Flachglas herstellen. Der oligopolistische Markt ist gekennzeichnet durch einen starken Preiswettbewerb und aggressiven Marketings. Substitutionsgüter brauchen die global agierenden Unternehmen kaum zu fürchten, was wiederum die Verhandlungsposition der Käufer schwächt. Neuere Technologien bei der Fensterglas und Fassadenglastechnologie brachten signifikante Änderungen gegenüber älteren Produkten und erhöhten auch den Absatz der Branche. Wie im Falle der doppelt verglasten Fenstern, die mehr und mehr die einfachen Verglasungen ersetzen. Somit kann in diesem Segment fast die doppelte Menge an Glas abgesetzt werden, erklärt Olha Henyk, Autorin der Studie. 

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