Heißer Sommer 2015 verdarb die Lust auf Thermenbesuch

14. Feb 2016 • News • Branchenradar • Branchenstudien • Marktdaten • Wirtschaftsstatistik • Branchenstudien • Gesundheit • Tourismus, Freizeit & Sport • Handel & Dienstleistung • Gastronomie

Die Anzahl der Thermenbesuche sank in Österreich im Jahr 2015 um -1,3% geg. VJ. Vor allem Standorte im Flachland verzeichneten zum Teil signifikante Rückgänge. Zuwächse gab es hingegen bei Thermen im (kühleren) alpinen Raum, wie der aktuelle BRANCHENRADAR „Thermen in Österreich 2016“ berichtet.


Der in den letzten Jahren kapazitätsgetriebene Aufschwung am österreichischen Thermenmarkt fand im Jahr 2015 ein Ende. Die Anzahl der Eintritte in Thermen- und Solarbäder sank im Vergleich zu 2014 um 1,3 Prozent geg. VJ. Insgesamt wurden im abgelaufenen Jahr 9,2 Millionen Besuche gezählt, um 121.000 weniger als im Jahr davor.

Für den Rückgang verantwortlich war im Wesentlichen der überaus heiße Sommer. Denn zur Mitte des Jahres ist andauernder Sonnenschein für Thermen nicht gerade verkaufsfördernd, zumal deren USP ja nicht zuletzt das warme Thermalwasser ist. Die Menschen suchten aber Abkühlung, und dies vorwiegend an kühlen Seen oder Schotterteichen.

Allerdings, für manche Thermen war der heiße Sommer auch ein Gewinn. Denn um der Hitze des Flachlandes zu entkommen, „flüchtete“ man vermehrt auch in die Berge. Und dort stand offenbar an so manchem Regentag oder zum Ausklang einer Bergwanderung ein Thermenbesuch am Programm. Vergleicht man nämlich die Entwicklung von Thermen im alpinen Raum (Gastein, Ötztal, Bad Kleinkirchheim usw.) mit jenen im restlichen Bundesgebiet, so zeigt sich ein gegenläufiger Trend. Während in den alpinen Thermen die Anzahl der Eintritte insgesamt um +2,7% geg. VJ wuchs, schrumpfte die Gästeanzahl in „Flachland-Thermen“ in Summe mit -2,4% geg. VJ überdurchschnittlich rasch.

In der Ebene schaffen es nur wenige Thermen, sich dem negativen Verlauf entgegenzustellen. Ein signifikantes Gästeplus gab es nur an zwei Standorten im Burgenland: in der St. Martins-Therme in Frauenkirchen und in der Therme Stegersbach. Frauenkirchen punktete mit der hohen Qualität des integrierten Hotels, einem eigenen Seezugang und der örtlichen Nähe zum Ballungsraum Wien. In Stegersbach wurde die Nachfrage von einer substanziellen Ausweitung der Bettenkapazitäten angeschoben. Aus gutem Grund, ist doch das an eine Therme angeschlossene – qualitative wie auch quantitative – Bettenangebot mittlerweile der entscheidende Erfolgsfaktor. Das gilt speziell für Thermen im Flachland, wo der Wellness-Kurzurlaub mehr und mehr den klassischen Tagesgast ablöst.

Gästeentwicklung Thermen in Österreich (Anzahl der Eintritte in TSD)

Tabelle: Gästeentwicklung Thermen in Österreich (Anzahl der Eintritte in TSD)

Eintritte in 1.000 2012 2013 2014 2015
Thermen 8.539 9.022 9.316 9.195

Quelle: BRANCHENRADAR Thermen in Österreich 2016

Die Berechnung wurde mit aller gebotenen Sorgfalt - aber ohne Gewähr - erstellt.

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