Kaufpreise von Häusern und Wohnungen stiegen im Jahr 2017 um 5,3%

04. Apr 2018 • News • Statistik Austria • Wirtschaftsstatistik • Wirtschaft, Politik & Gesellschaft • Bau & Wohnen

Die Kaufpreise von Häusern und Wohnungen stiegen im Jahr 2017 um 5,3%. Der Preisindex für selbstgenutzten Wohnraum um ist um 2,8% gestiegen. Die österreichische Häuserpreise liegen international im Mittelfeld. Im Bundesländervergleich zeigen sich die größten Anstiege im Burgenland.


Der Häuserpreisindex (HPI) weist für das Jahr 2017 laut Statistik Austria eine Preissteigerung von 5,3% im Vergleich zum Vorjahr auf. Dieses Ergebnis bedeutet einen Rückgang der hohen Preisdynamik des Vorjahres (+8,5%) und liegt unter dem durchschnittlichen jährlichen Wachstum seit Beginn der HPI-Indexreihe im Jahr 2010 von 5,8%. Der Indexstand des HPI (2010) für 2017 beträgt 148,78 und erreichte im vierten Quartal 151,72. Grundlage der Erhebung sind die von Privathaushalten getätigten Käufe von neuen und bestehenden Häusern sowie Wohnungen, wobei die tatsächlichen Transaktionspreise erfasst und quartalsweise ausgewertet werden.

Anhaltend hohe Preisanstiege bei gebrauchten Häusern

Der Teilindex "Kauf von neuem Wohnraum", der die Preisentwicklung von neuen Wohnungen und Fertighäusern abbildet, stieg im Jahr 2017 um 6,0% gegenüber 2016. Bestehender Wohnraum verteuerte sich im Jahr 2017 um 5,2%. Dieser Index wird aus den Indizes für bestehende Wohnungen und bestehende Häuser gebildet. Die Preise für bestehende Wohnungen legten 2017 um 3,2% zu, während sich bei bestehenden Häusern mit 8,2% eine stärkere Preisdynamik zeigte. Der Index für bestehende Häuser setzt damit die Reihe von überdurchschnittlich hohen Preisanstiegen der Vorjahre fort (2016: +7,4%, 2015: +7,3%).

Preisindex für selbstgenutzten Wohnraum um 2,8% gestiegen

Der Preisindex für selbstgenutzten Wohnraum (Owner Occupied Housing, kurz: OOH) stellt eine Erweiterung zum Häuserpreisindex dar. Er enthält neben der Beschaffung von neuem und bestehendem Wohnraum auch Ausgaben, die mit der Anschaffung und dem Eigentum von Wohnraum anfallen, z. B. Gebühren des Erwerbs, Versicherungen sowie Kosten für Reparaturen und Renovierungen. Er stieg im Jahr 2017 um 2,8% (2016: +1,8%, 2015: +2,1%) und wies auf Basis 2010 einen Indexstand von 121,14 auf. Der Teilindex für die Preise der Anschaffung des Wohnraums zeigte mit 3,5% eine stärkere Preisdynamik als in den Vorjahren (2016: +2,5%, 2015: +2,7%). Die Preise der Aufwendungen für den Erhalt selbstgenutzten Wohnraums stiegen im Jahr 2017 um 1,8% (2016: +1,0%, 2015: +1,3%).

Österreichische Häuserpreise liegen international im Mittelfeld

Im europäischen Vergleich lag der österreichische Häuserpreisindex im Durchschnitt der ersten drei Quartale 2017 (das vierte Quartal wird international erst im April 2017 veröffentlicht) mit einer Preissteigerung von 4,8% im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres über der durchschnittlichen HPI-Teuerungsrate des Euroraums (+3,9%) und der Europäischen Union (+4,4%).

Im Vergleich mit den sechs EU-Nachbarländern liegt Österreich zwischen Deutschland (+4,1%) und der Slowakei (+5,9%). Tschechien führt die Gruppe mit einem Preisanstieg von 12,8% an, während Italien mit einem Rückgang von 0,4% als einziges Nachbarland negative Preisveränderungen aufwies.

Die internationalen Vergleichswerte sind vorläufig und können noch revidiert werden.

Regionaler Vergleich: Größte Anstiege im Burgenland

Den größten Anstieg bei den Häuserpreisen wies wie bereits im Vorjahr das Burgenland auf (+17,8%), gefolgt vom westlichen Niederösterreich (+12,9%) und Kärnten (+9,8%). In Tirol und Vorarlberg stiegen die Preise für Häuser um 9,5%. Die geringsten Preiserhöhungen verzeichneten hingegen die Steiermark (+5,6%) und Oberösterreich (+0,8%). Der Wohnungsmarkt in den österreichischen Großstädten zeigte sich 2017 moderat: Den größten Preiszuwachs verzeichnete Linz (+6,2%) vor Wien (+0,9%) und Salzburg (+0,5%). In Graz ging der Index mit -0,1% geringfügig zurück.

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