Österreichs Außenhandel 2014: Einfuhren -0,8%, Ausfuhren +1,7%; Exportplus mit Drittstaaten

16. Mär 2015 • News • Statistik Austria • Statistik • Wirtschaftsstatistik • Branchenübergreifend

Der österreichische Außenhandel verzeichnete nach endgültigen Ergebnissen für die Berichtsperiode Jänner bis Dezember 2013 gegenüber der Vorjahresperiode einen Rückgang der Einfuhren um 1,0% auf 130,71 Mrd. Euro. Die Ausfuhren wuchsen dagegen im gleichen Zeitraum um 1,8% auf 125,81 Mrd. Euro.


Der Gesamtwert der Einfuhren von Waren lag im Zeitraum Jänner bis Dezember 2014 laut vorläufigen Ergebnissen von Statistik Austria mit 129,72 Mrd. Euro um 0,8% unter dem Vorjahreswert, die Ausfuhren von Waren verzeichneten einen Anstieg von 1,7% auf 127,90 Mrd. Euro. Das Defizit der Handelsbilanz hat sich gegenüber dem Vorjahr mehr als halbiert und belief sich auf 1,83 Mrd. Euro (Gesamtjahr 2013: 4,90 Mrd. Euro).

Während die Ausfuhren innerhalb der letzten drei Berichtsjahre einen kontinuierlichen Zuwachs verzeichnen konnten (Vergleich 2012 mit 2014: +3,5%), entwickelten sich die Einfuhren gegenteilig (Vergleich 2012 mit 2014: -1,7%). Im Berichtsjahr 2014 war der Oktober der ein- und ausfuhrstärkste Berichtsmonat (Einfuhr: 11,90 Mrd. Euro, Ausfuhr: 11,82 Mrd. Euro) – die höchsten Zuwächse gegenüber 2013 zeigten sich einfuhrseitig im Berichtsmonat Februar 2014 (+8,2%) und ausfuhrseitig im Berichtsmonat November 2014 (+5,9%).

Sowohl der Außenhandel mit Drittstaaten als auch jener mit den Mitgliedstaaten der Europäischen Union zeigte die gleiche Entwicklung wie das Gesamtergebnis, wobei die Exporte in Drittstaaten einen Anstieg über dem globalen Durchschnitt verzeichneten. Aus den Mitgliedstaaten der Europäischen Union bezog Österreich im Berichtszeitraum Waren im Wert von 92,47 Mrd. Euro, das entspricht einem Rückgang um 0,7% gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Wert der in diese Länder versandten Waren betrug 88,00 Mrd. Euro, das war um 1,4% mehr als 2013. Das Handelsbilanzdefizit mit der Europäischen Union lag bei 4,48 Mrd. Euro – nach 6,43 Mrd. Euro im Vorjahr. Der Außenhandel mit Drittstaaten wies verglichen mit 2013 einen Rückgang bei den Importen von 0,8% auf 37,25 Mrd. Euro sowie einen Zuwachs bei den Exporten von 2,1% auf 39,90 Mrd. Euro auf. Daraus ergab sich eine positive Handelsbilanz mit Drittstaaten von 2,65 Mrd. Euro; was bedeutet, dass mehr Waren in Drittstaaten ausgeführt als von dort eingeführt wurden (siehe Tabelle 1).

Partnerländer: tiefe Verflechtung mit den Anrainerstaaten

Deutschland und Italien waren auch 2014 in beiden Verkehrsrichtungen Österreichs bedeutendste Handelspartner. Rund 40% aller nach Österreich eingeführten Waren kamen aus Deutschland; sie verzeichneten jedoch einen Rückgang um 1,0%, während die Ausfuhren mit +0,5% leicht anstiegen. Die Einfuhren aus Italien gingen um 0,3% auf 7,99 Mrd. Euro zurück – die Versendungen blieben nahezu unverändert (-0,05% auf 8,22 Mrd. Euro).

Unter den Top-10-Außenhandelspartnern Österreichs befanden sich in beiden Verkehrsrichtungen sieben EU-Mitgliedstaaten. Einfuhrseitig kam es unter den einzelnen Partnerländern zu kleineren Rangverschiebungen: Ungarn belegte 2013 den Rang 8 und tauschte mit Frankreich auf den Platz 7. 2013 noch auf Rang 11, schaffte die Slowakei 2014 den Sprung in die Liste der zehn bedeutendsten Partnerländer – gefolgt von Polen und dem Vereinigten Königreich. Ausfuhrseitig gab es bei den Mitgliedstaaten der Europäischen Union keine Änderungen innerhalb der Top 15.

Export in Drittstaaten trägt Ausfuhrwachstum

Zu den Drittstaaten unter den zehn wichtigsten Ausfuhrpartnern Österreichs zählten die Vereinigten Staaten (Rang 3; +10,1% auf 7,78 Mrd. Euro), die Schweiz (Rang 4;+5,5% auf 6,69 Mrd. Euro) und China (Rang 10; +7,8% auf 3,38 Mrd. Euro) – mit einem Ausfuhrwachstum weit oberhalb des globalen Durchschnitts.

Die Exporte in die Vereinigten Staaten stützten sich zu mehr als 50% auf die für den österreichischen Außenhandel bedeutendste Produktgruppe "Maschinen und Fahrzeuge"(+13,3% auf 4,35 Mrd. Euro). Die Ausfuhren in die Schweiz zeigten eine geringere Konzentration – sie verteilten sich auf "Chemische Erzeugnisse" (Anteil: 25,3%), "Bearbeitete Waren" (Anteil: 22,4%) sowie "Maschinen und Fahrzeuge" (Anteil: 22,3%) – allesamt mit Zuwächsen. Die Produktgruppe "Maschinen und Fahrzeuge" dominierte den Export nach China (Anteil 61,5%) und verzeichnete einen Anstieg um 5,1%. China verbesserte sich von Platz 11 (2013) auf den zehnten Ausfuhrrang und verwies die Russische Föderation in die Top 15 (siehe Tabelle 2).

Der Außenhandel mit der Russischen Föderation ging in beiden Verkehrsrichtungen zurück, wobei die Importe (-28,0% auf 2,30 Mrd. Euro) stärker betroffen waren als die Exporte (-8,0% auf 3,19 Mrd. Euro). Das Gleiche traf auf die Ukraine zu: Importe -9,6% auf 0,60 Mrd. Euro, Exporte -24,9% auf 0,51 Mrd. Euro.

Exportpartner außerhalb Europas

Rund 80% der österreichischen Ausfuhren bezogen sich auf Partnerländer in Europa – fast 70% auf die Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Die verbleibenden 20% verteilten sich auf Asien (9,5%), Amerika (8,6%), Afrika (1,3%) sowie Australien und Ozeanien (0,7%). 2014 war Japan, abgesehen von China, das bedeutendste Exportpartnerland Österreichs in Asien (-1,1% auf 1,33 Mrd. Euro). Österreichische Exporte nach Amerika gingen im Berichtszeitraum neben den Vereinigten Staaten vor allem nach Kanada (+10,1% auf 1,01 Mrd. Euro). Auf dem afrikanischen Kontinent war Südafrika Österreichs wichtigster Exportpartner 2014 (-5,8% auf 0,48 Mrd. Euro). Eine der weitesten Exportstrecken brachten die aus Österreich exportierten Waren nach Australien (+5,5% auf 0,79 Mrd. Euro) hinter sich.

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